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Von Jesus beten lernen

Hast du schon einmal daran gedacht, bei Jesus Gebetsunterricht zu nehmen? Gibt es einen besseren Lehrer? Ganz bestimmt nicht. Ob du schon ein erfahrener Beter bist oder noch nicht … besuche doch einfach mal den Gebetsunterricht von Jesus.

Seine Jünger haben Jesus immer wieder beim Beten beobachtet. Sie merkten, dass Jesus viel Zeit im Gebet mit seinem himmlischen Vater verbrachte. Er sprach mit ihm wie ein Kind mit seinem geliebten „Papa“ (Abba). Das hat sie tief berührt. „Täglich neu empfing er die Taufe mit dem Heiligen Geist.“ (Christi Gleichnisse, S. 103) Durch diese Gemeinschaft mit seinem Vater konnte er den Menschen das Licht des Himmels bringen. Den Jüngern wurde klar, dass seine Vollmacht und seine Wundertaten eng mit seinem Gebetsleben zusammenhingen. Sie hofften, dass sie durch seinen Unterricht im Fach „Gebet“ als seine Mitarbeiter viel mehr bewirken könnten. Daher baten sie Jesus: „Herr, lehre uns beten.“ Jesus ging auf ihre Bitte ein.

Sein Gebetsunterricht ist festgehalten in Lukas 11,1-13. Er hat drei Schwerpunkte: Unsere persönlichen Anliegen, unsere Fürbitte für andere und unser beständiges Bitten und Empfangen des Heiligen Geistes. Wir lesen zunächst Lukas 11,1-4.

Teil 1: Das Vaterunser – unsere persönlichen Anliegen

„Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Unser tägliches Brot gib uns Tag für Tag und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig werden. Und führe uns nicht in Versuchung.“

Als ersten Schwerpunkt nennt Jesus ein Mustergebet für unsere persönlichen Anliegen. Wir nennen es „das Vaterunser“. Es enthält nur sechs Bitten. (Im Text nach Matthäus folgt dann noch eine Begründung.) Das zeigt, dass unsere Beziehung zu Gott durchaus vom Bitten geprägt sein darf.

In der ersten Gruppe von drei Bitten steht Gott im Mittelpunkt. Er soll in unseren Gebeten zuerst kommen. Seinen Namen heiligen, das meint, dass ich Gott achte und ehre, ihn anbete und eine innige Beziehung zu ihm eingehe und pflege.

Wenn ich Gott bitte, dass sein Wille auf der Erde geschieht, dann erinnert mich das an meine eigene Bereitschaft, das zu tun, was er will. Gottes Wille soll in meinem Leben realisiert werden. Wir dürfen sogar bitten: „Herr, schenke mir ständig den festen Willen, für alles willig zu sein, was du willst.“ (Hebräer 13,21)

Und wenn wir beten, „dein Reich komme“, dann mahnt uns diese Bitte, uns auf dieses Ereignis vorzubereiten und unseren Alltag auf die Wiederkunft Jesu ausrichten. Wir wollen dann auch dabei mithelfen, dass viele andere von diesem großen Ereignis erfahren, damit auch sie sich darauf vorbereiten können.

Die zweite Gruppe von drei Bitten betrifft drei wichtige Bereiche unseres persönlichen Lebens: Versorgung, Vergebung, Versuchung.

1. Versorgung: „Unser täglich Brot gib uns täglich.“ Hier merken wir erneut, dass unser Leben auf einen 24-Stunden-Tag programmiert ist. Wir haben in anderen Betrachtungen festgestellt, dass dieses Prinzip nicht nur für den körperlichen, sondern auch für den seelischen und geistlichen Bereich gilt, denn 2 Korinther 4,16 sagt, dass der innere Mensch erneuert wird von Tag zu Tag.

Wenn Jesus von der Bitte um das tägliche Brot sprach, dann meinte er damit ganz sicher unsere grundlegende Versorgung mit allem, was wir zum Leben nötig haben.

2. Vergebung: Die nächste Bitte in diesem Muster-Gebet zeigt unsere ständige Abhängigkeit von Gottes Vergebung. Gleichzeitig mahnt sie uns zur Vergebungsbereitschaft. „Vergib uns, denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig sind.“ Wer nicht allen Menschen alles vergeben will, wie kann er für sich selbst Vergebung erwarten? Hier sehen wir ganz deutlich, dass diese bedingungslose Vergebungsbereitschaft nur möglich ist, wenn wir uns selbst Gottes Vergebung immer wieder abholen und um seine Kraft – die Kraft des Heiligen Geistes – bitten. Aus eigener Kraft können wir gar nicht jedem alles vergeben! Gottes Vergebung ist der erste Schritt, damit wir – durch seine Liebe und Gnade gestärkt – die Verletzungen durch andere vergeben und deren Schuld – wie auch unseren eigenen Anteil – immer wieder an ihn abgeben können. Es ist wunderbar ohne jede Belastung zu leben.

3. Versuchung: Die dritte Bitte in dieser Gruppe erinnert uns daran, dass wir ständig den Versuchungen zum Bösen ausgesetzt sind. Doch Gott kann und will uns vor dem Versagen bewahren. Manche meinen, da wir Sünder sind, müssen wir immer weiter sündigen, das heißt, Gottes Liebesgebote übertreten und uns selbst und andere schädigen. Nein! Jesus ist nicht nur ein sündenvergebender Erlöser, sondern er kam, um sein Volk zu retten von ihren Sünden. Er will uns durch ein Leben in engem Kontakt mit ihm vor dem Sündigen bewahren.

Johannes schreibt: „Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht.“ (1 Johannes 3,6) „Wir wissen, dass, wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht (= bleibt nicht im Sündigen), sondern wer von Gott geboren ist, den bewahrt er, und der Arge wird ihn nicht antasten.“ (1 Johannes 5,18)

Wir erkennen aus diesen sechs Bitten, dass wir einen wunderbaren himmlischen Vater haben, der in allen Bereichen für uns sorgen will. Wir wollen den Gedanken festhalten, dass wir im Vaterunser für unsere Beziehung zu Gott und unsere persönlichen Bedürfnisse bitten. Es ist also durchaus richtig, wenn wir zuerst für uns selbst beten.

Teil 2: Für andere beten – mit Ausdauer und Vertrauen

Im zweiten Schwerpunkt – Lukas 11,5-8 – lehrt Jesus die Fürbitte für andere.

„Und er sprach zu ihnen: Wenn jemand unter euch einen Freund hat und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, dann wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf.“

Im Orient sind die Leute früher oft nachts gereist, da es am Tag zu heiß war. Wir wissen nicht, weshalb ein Gast erst um Mitternacht bei seinem Freund eintrifft. Auf jeden Fall war der Gastgeber nicht auf den Besuch vorbereitet – peinlich, peinlich! Im Orient wird Gastfreundschaft ganz großgeschrieben!

Deshalb geht er zu seinem Nachbarn und erklärt: „Ich habe nichts, was ich ihm vorlege.“ Er bittet seinen Nachbar-Freund nicht für seinen eigenen Bedarf, sondern er will seinen Gast bewirten und versorgen. Jesus lehrt Fürbitte für andere. Wir sollen bitten, um geben zu können. Damit spricht Jesus sofort einen wichtigen Punkt an: Wir haben nichts, was wir dem Bedürftigen geben können. Aber wir haben einen Freund – Jesus –, der alles hat, was gebraucht wird.

Das erinnert mich an die Szene in 2 Chronik 20. Damals herrschte Josaphat, ein sehr gläubiger König. Sein Land Judäa wurde von einem mächtigen Heer angegriffen. Josaphat betet: „… in uns ist keine Kraft gegen dieses große Heer, … wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern unsere Augen sehen nach dir.“ (Vers 12) Mit anderen Worten: wir sind total hilflos. Wir haben nichts. Wie antwortete Gott auf dieses Gebet? „Ihr sollt euch nicht fürchten und nicht verzagen vor diesem großen Heer; denn nicht ihr kämpft, sondern Gott.“ (Vers 15) Und wie ging dieser Krieg aus? „… als sie anfingen mit Danken und Loben, ließ der Herr einen Hinterhalt kommen (über die Feinde) und sie wurden geschlagen.“ (Vers 22)

Was lehrt uns Jesus über Fürbitte?

1. Wir können aus uns selbst heraus diese Not nicht beseitigen, nicht einmal wirklich helfen.

2. Wir haben einen Freund, der das Notwendige hat.

Doch im Gleichnis möchte dieser Freund zunächst nicht helfen. Das trifft natürlich auf Gott nicht zu, Gott will helfen. Aber wir sollen lernen, dass unsere Fürbitte nicht immer sofort erhört wird. Wo Luther übersetzt, dass der Freund schließlich wegen des „unverschämten Drängens“ hilft, da steht in den englischen Übersetzungen „persistence“, also wegen seiner Beharrlichkeit und Ausdauer. Ich denke, dieser Begriff trifft es besser. Wir sollen Gott auf keinen Fall „unverschämt“ im negativen Sinne gegenübertreten, wohl aber „ohne falsche Scham“. Jesus lehrt uns hier Ausdauer bei unseren Bitten für andere. Und das Ergebnis der Fürbitte ist schließlich ein voller Erfolg: der Mann im Gleichnis bekommt genug Essbares, damit er seinen Überraschungsgast bewirten kann. Gott erhört unsere Fürbitte und er wünscht sich unsere Fürbitte. Und – „Je ernster und unentwegter wir bitten, desto enger wird unsere geistliche Gemeinschaft mit Christus.“ Christi Gleichnisse, S. 109

Im Buch 40 Tage – Andachten und Gebete zur Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu von Dennis Smith und in Geisterfüllte Mitarbeiter Jesu von Helmut Haubeil wird vorgeschlagen, dass wir während des Studiums in diesen 40 besonderen Gebetstagen intensiv für fünf unerreichte Menschen beten und mit ihnen Kontakt aufnehmen, damit wir ihnen die Liebe Jesu vorleben können und sie eine Glaubensbeziehung mit Ihm beginnen. Wir können allein für diese fünf lieben Menschen beten oder einen Gebetspartner dazu bitten.

Bis jetzt handelte Jesu Unterricht von unseren persönlichen Bitten und um unsere Fürbitte für andere. Als Fazit will Jesus uns darin bestärken, dass wir um alles bitten dürfen, was in „seinem Namen“, also in seinem Sinne ist. Er erklärt uns mit deutlichen Worten, dass wir erhört werden.

Teil 3: Beständig um den Heiligen Geist bitten

Im dritten Schwerpunkt und letzten Teil von Jesu Gebetsunterricht lesen wir in Lukas 11,9-13.

„Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“

Jesus ist ein meisterhafter Lehrer. Er wiederholt seine Lektion mit anderen Bildern und Begriffen. Bittet, sucht, klopft an. Danach gibt er eine Begründung für die Notwendigkeit des Bittens in Vers 10: „Denn wer da bittet, der empfängt.“ Er sagt nicht: „Bittet nur einmal, so wird euch gegeben. Er fordert uns auf: Bittet!“ Christi Gleichnisse, S. 108

In Jakobus 4,2 wird uns gesagt: „Ihr habt nicht, darum dass (=weil) ihr nicht bittet.“

Beim Beten sagen wir Gott nicht etwa ein vorgefertigtes Gedicht auf. Sondern wir bitten um konkrete Dinge, die wir zum Leben brauchen. Und wir empfangen sie aufgrund unserer Bitten. Und wenn jetzt jemand noch nicht überzeugt ist von der Notwendigkeit – und auch von der wunderbaren Möglichkeit – Gott zu bitten, bringt er jetzt noch zwei Beispiele aus dem Alltag. Bitten unsere Kinder um Fisch, dann reichen wir ihnen keine Schlange. Und wünscht sich das Kind ein Ei, dann legen wir ihm keinen Skorpion in die Hand. Wenn uns unsere Kinder um etwas bitten, dann bekommen sie immer etwas Gutes, das ihnen weiterhilft. Nie geben Eltern ihren Kindern Gift oder erfüllen ihre unüberlegten Wünsche, die ihnen schaden würden. Und wenn schon sündige Menschen so handeln, wie viel mehr gilt das für unseren himmlischen Vater.

Doch eins müssen wir beim Beten für andere Menschen bedenken: Gott zwingt keinen zur Umkehr und manipuliert niemand. Dennoch kann er in seiner unendlichen Weisheit jemand zum Umlenken führen. Wie er es macht, das wissen wir nicht und auch nicht wieviel Zeit dafür erforderlich ist.

Und damit hat uns Jesus nun auf den Höhepunkt seines Unterrichts hingeführt: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“ (Vers 13) (Gr. fortdauernd bitten, täglich bitten.)

Warum hat Jesus als Höhepunkt seines Unterrichts den Heiligen Geist ausgewählt? Wie war das in seinem Leben? „Morgen für Morgen sprach er mit seinem Vater im Himmel. Er empfing von ihm täglich eine neue Taufe [Erfüllung] mit dem Heiligen Geist.“ Christi Gleichnisse, S.103 – „Jesus will dasselbe für dich tun, wenn du ihn darum bittest. Es ist sein Wunsch, dir jeden Morgen den Heiligen Geist zu schenken – als Vorbereitung für den Tag.“ 40 Tage, Dennis Smith, S. 7 Weil Jesus in der Kraft Gottes – in der Kraft des Heiligen Geistes – jeden Tag erfolgreich bewältigen konnte und dies auch für uns tun will, machte er dieses Anliegen zum Höhepunkt seines Gebetsunterrichts.

Die höchste Gabe Gottes, die alle anderen Gaben mit sich bringt, ist der Heilige Geist. Und wenn wir wollen, dass unsere Bitten und unsere Fürbitte erhört werden, dann müssen wir beim Beten vom Heiligen Geist erfüllt sein. Gottes Wort sagt: „Betet im Heiligen Geist.“ (Judas 20)

Es ist notwendig, dass wir uns an jedem Morgen Gott neu weihen mit allem, was wir sind und haben. Damit pflegen wir unsere grundlegende Beziehung zu Jesus. Dazu gehört, dass wir uns ihm gerne wieder anvertrauen: „Herr, ich übergebe mich dir mit allem, was ich bin und habe.“ Es bedeutet, dass ich Gott in allem folge und gehorche und auch alle Hindernisse beseitige, z. B. unvergebene Schuld, Groll, Selbstvorwürfe, Feindseligkeit, sündhaftes Begehren usw.

Und die andere wichtige tägliche Bitte ist, dass wir im Glauben vom Heiligen Geist erfüllt werden. Das geschieht am besten mit den Verheißungen, in denen uns Gott den Heiligen Geist versprochen hat: z. B. in Lukas 11,13. Das wird unser Leben positiv verändern, und unsere Gebete werden viel öfter erhört. Denn durch die Verbindung mit dem Heiligen Geist erkennen wir auch, was und wie wir beten sollen und wodurch unsere Gebete womöglich blockiert werden. Ich denke, wir sind dankbar, dass Jesus uns auf diese drei Schwerpunkte hingelenkt hat, obwohl wir im Gebet nie auslernen.

Jesus lehrt uns, dass wir durch unser Bitten die Verbindung mit Gott suchen, und für unsere persönlichen Bedürfnisse beten. Weiter lehrt er, für andere zu beten – in der Gewissheit, dass unsere Bitten von unserem himmlischen Vater erhört werden, wenn wir in einer innigen Beziehung mit Jesus leben und erfüllt sind vom Heiligen Geist. „Wir müssen nicht nur im Namen Christi beten, sondern auch unter dem Einfluss des Heiligen Geistes.“ Christi Gleichnisse, S.110 „Der Heilige Geist will dir die göttlichen Dinge aufzeigen und sie deinem gehorsamen Herzen als Lebenskraft zuführen.“ Christi Gleichnisse, S.112

Warum hat Jesus wohl die Bitte um den Heiligen Geist als Abschluss und Höhepunkt seines Gebetsunterrichts gewählt?

Der Heilige Geist ist das größte Geschenk, das der Herr Jesus seinen Jüngern geben konnte. Es ist sein Krönungsgeschenk, die Gabe aller Gaben.

Durch den Heiligen Geist lebt Jesus in uns (Johannes 14,16-18; Epheser 3,16.17). Nur durch den Heiligen Geist wird die Verbindung zwischen Jesus und uns aufrechterhalten. Er will sein siegreiches Leben durch den Heiligen Geist in uns leben, damit auch wir Überwinder sind. Der Heilige Geist ist die Grundlage für ein freudiges, attraktives und fruchtbringendes Leben als Christ. Epheser 3,16 ff zeigt uns: Gott macht uns stark durch den Heiligen Geist an dem inwendigen Menschen. Dadurch wohnt Christus in unserem Herzen. Er entfaltet sein Wesen in uns: die Frucht des Geistes. Dieser Weg ist der Weg zur Fülle Gottes (Johannes 10,10; Epheser 3,19; Kolosser 2,10).

Ich habe vier große Verheißungen über das Leben im Heiligen Geist gefunden und vier Aufträge – oder Befehle Gottes – im Heiligen Geist zu leben:

Verheißungen für den Heiligen Geist

  • Lukas 11,13: Um den Heiligen Geist bitten; er ist eine Gabe.
  • Johannes 7,37: Nach dem Heiligen Geist Verlangen haben, dann können wir bei Jesus trinken = er stillt unsere Sehnsucht nach Gott, nach Glück
  • Johannes 7,38.39: Jesus glauben, dann fließen Ströme lebendigen Wassers von uns.
  • Apostelgeschichte 5,32: Dem Heiligen Geist gehorchen. Wenn wir Gott gehorchen, kann und will er Segen in Fülle über unser Leben bringen.

Vier Aufträge oder Befehle Gottes

  • Apostelgeschichte 2,38: Tut Buße, lasst euch taufen … so werdet ihr empfangen Vergebung der Sünden und die Gabe des Heiligen Geistes.
  • Galater 5,16: Wandelt beständig im Geist – dann empfangen wir Bewahrung vor der Sünde
  • Epheser 5,18: Werdet voll Geistes – Der Herr wünscht, dass wir in unserem Leben im Heiligen Geist wachsen.
  • Judas 20: Betet im Heiligen Geist. – Dadurch entsteht ein erfülltes Gebetsleben mit vielen Erhörungen.

Was bedeutet der Auftrag des Herrn, dass wir im Heiligen Geist leben sollen?

Es heißt, dass dies dann mit seiner Hilfe auch möglich ist. E. G.White sagt: „Was der Herr auch immer uns zu tun gebietet, kann in seiner Stärke vollbracht werden. Alle seine Aufträge sind zugleich Befähigungen.“ (Im Dienst für Christus, S. 315, Advent-Verlag). Das bedeutet also, wenn Gott etwas befiehlt, dann kann ich das mit seiner Hilfe auch wirklich tun.

Wenn Gott etwas befiehlt, dann zeigt dies, dass er es so festgelegt hat. Das erinnert uns an Psalm 99,4. Dort heißt es über Gott: „Du hast bestimmt, was richtig ist.“ Gott, der Schöpfer, hat die Maßstäbe festgelegt. Er hat bestimmt, in welcher Weise wir Verbindung mit ihm pflegen können: Nur durch den Heiligen Geist entsteht der Kontakt. Nur durch das ständige Leben im Heiligen Geist wird die Verbindung aufrechterhalten. Das bedeutet, wo immer ich vom Weg abweiche, den Gott festgelegt hat, verliere ich etwas – ein Schaden entsteht!

Wenn Gott gebietet, dass ich im Heiligen Geist lebe, also ganz eng verknüpft mit ihm – und ich das ablehne, ignoriere oder keine Lust dazu habe, dann bin ich von Gott getrennt und „sündige“! Damit begebe ich mich aus dem bewahrenden Schutz Gottes heraus und bin gefährdet!

Ich schließe mit einem Zitat von E. G. White: „Dein Herz muss voll Verlangen sein nach Gott, dem lebendigen Gott. [Wenn unser Verlangen mangelhaft ist, dürfen wir um Verlangen beten, wenn zeitweise nötig sogar jeden Tag (Johannes 7,37).] Das Leben Christi beweist, wieviel der Mensch vermag, wenn er Teilhaber der göttlichen Natur ist. Alles, was Christus von Gott empfing, können auch wir haben. Darum: bitte und nimm! Beanspruche auch für dich alles, was Gott verheißen hat mit Jakobs unverrückbarem Glauben und mit Elias‘ unnachgiebiger Ausdauer.“ Christi Gleichnisse, S.112

Teil 4: Beten mit Verheißungen

Damit wir unserem himmlischen Vater leicht vertrauen können, hat er uns eine wichtige Hilfe gegeben. Wir nennen diese „Beten mit Verheißungen“. „Die Verheißungen Gottes aus seinem Wort zu entfernen, wäre wie die Sonne vom Himmel nehmen. … Gott hat die Verheißungen in sein Wort gegeben, um uns dazu zu bringen, IHM zu glauben.“ (E. G. White, ML 338,2+3) Das Beten mit Verheißungen wird sehr gut und praktisch erklärt in Schritte zur persönlichen Erweckung, Kapitel 5.

Schlüsseltexte für Beten mit Verheißungen

1 Johannes 5,14.15 MENG: „Und dies ist die freudige Zuversicht, die wir zu ihm (d. h. zu Gott) haben, dass, wenn wir ihn um etwas nach seinem Willen bitten, er uns erhört. Und wenn wir wissen, dass er alle unsere Bitten erhört, so wissen wir (zugleich), dass die Bitten, die wir vor ihn gebracht haben, uns schon gewährt sind.“

2 Petrus 1,4: LU: „Durch sie [die innige Beziehung zu Jesus] sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt.“

Erfahrung durch Beten mit Verheißungen

Ein USA-Pastor und Verbandsabteilungsleiter i. R. schrieb am 26. Juni 2017: „… Ich habe das Buch Schritte zur persönlichen Erweckung dreimal gelesen. Ich habe nie gedacht, dass ich solche neue Erkenntnis über das Gebet finden würde. Beten, das sich auf Gottes Verheißungen stützt. Inzwischen hat Gott in meinen Leben Siege geschenkt, die ich niemals für möglich gehalten habe.“ F. S.

Dieser Pastor schrieb erneut am 25. Juli 2017: „Seit ich anfing, das Buch zu lesen (ich habe es sechsmal nach dem Rat im Buch gelesen) und seither gelernt habe, mit Verheißungen zu beten, wurde mein Leben verwandelt. … Der Herr führte mich dazu, für ein Camp Meeting eine Predigt über unser größtes Bedürfnis vorzubereiten: ‚Die erfrischenden Schauer des Geistes Gottes.‘ In all den Jahren, die ich dem Dienst Gottes gewidmet habe, habe ich noch nie die Kraft des Heiligen Geistes so empfunden, wie sie jetzt die 3.000 Teilnehmer in diesem Auditorium bewegt hat. – Meine Frau hat eine völlige Veränderung in mir bemerkt. Auch ich bin überrascht über mich selbst.“ F. S. gekürzt

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